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Schaffen wir die Wirtschaft oder schafft sie uns?

Wir und die Wirtschaft

 

Weg vom Nehmer und Werder, hin zum Geber und Seier

 

Gestatten wir uns ein kurzes Experiment:

Stellen wir uns jemanden vor, der dauerhaft etwas haben oder nehmen will und etwas werden will. Wie schaut dieser Jemand in die Welt und wie fühlt er sich dabei?

Die dafür zugrunde liegende Haltung ist: Ich habe das noch nicht oder noch nicht genug davon, ich will es oder mehr davon. Ich bin noch nicht so weit oder genug davon, ich will es werden oder noch mehr davon werden. Welcher Ausgangszustand liegt vor? Der Mangelzustand. Es fehlt etwas, es muss her, damit es nicht mehr fehlt. Endet dieser Ausgangszustand dann? Vielleicht kurz. Wahrscheinlich wartet dann schon wieder das nächste Objekt der Begierde darauf, genommen oder geworden zu sein. Warum? Weil die Gewohnheit diesen Ausgangszustand des Mangels zu erzeugen überall zu sein scheint. Jeder ist so, das System erwartet es von uns und selbst die Politiker kennen kein anderes Credo als: Konsumzahlen, BIP, Wachstum, Expansion usw. Alles Begriffe des Vermehrens, Nehmens, Werdens. Wann sind wir da? Wann sind wir endlich da, wo es schön ist? Wenn wir nicht mehr nehmen und werden wollen, sondern schon sind und dann geben können.

 

Stellen wir uns nun jemanden vor, der bereits da ist und frei entscheiden kann, wem er was und wie viel gibt. Jemand, der nicht in die Welt schaut und Objekte finden möchte, die seinen Mangel befriedigen. Wie fühlt er sich dabei?

Die dafür zugrunde liegende Haltung ist: Ich bin schon da, kommt her. Hier ist es schön. Ich habe hier alles. Was brauchst Du? Wie viel davon? Klar, ich habe noch Reserve. Mir fehlt nichts. Ich habe schon alles. Ich brauche nichts zu werden. Ich bin schon. Ich bin doch schon fertig. Ich kann jetzt geben. Und das fühlt sich gut an.

 

Wir benehmen uns unvernünftig. Wir denken nicht einen Schritt weiter und reflektieren, was wir eigentlich die ganze Zeit machen.

Stellen wir uns ein Tanzpärchen vor. Die beiden genießen die Musik, den Tanz, die Harmonie, die Kommunikation über ihren Körper und die Blicke. Tanzen sie, um so schnell wie möglich zur finalen Figur zu gelangen, um so schnell wie möglich ans Ende des Musikstückes zu kommen? Oder tanzen sie vielmehr, um zu tanzen und um zur Musik zu tanzen? Es geht beim Tanzen nicht um das Ankommen, sondern um das Tanzen.

 

Warum leben wir nicht, um zu leben, sondern um zu haben, wollen, nehmen, kriegen, werden. Warum leben wir nicht, um zu sein und zu geben?

Natürlich können wir uns dabei weiterentwickeln, weiter lernen und wachsen. Sogar noch viel leichter und schneller, weil wir nicht ständig daran denken, was uns noch alles fehlt. Das zieht enorm an unserer Aufmerksamkeit und an unserer Kraft die wir eigentlich gut gebrauchen könnten, um jetzt gerade hier das zu nutzen und zu genießen, was da ist.

 

Sicherlich ist es nützlich und nötig die Zukunft zu planen. Aber müssen wir deshalb den jetzigen Moment verlieren? Und das ständig? Denn das tun wir doch. Wie viele Momente am Tag erleben wir wirklich voll und ganz? Ganz frisch und neu? Ohne den geringsten Gedanken an etwas anderes und ohne jegliche Ablenkung? Und wie wäre das, wenn wir so sein könnten? Wie fühlt sich so ein Moment überhaupt an? Will ich das überhaupt? Ist das nicht ein bisschen zu esoterisch und exzentrisch, sogar bedrohlich?

 

Was machen wir also andauernd? Wir verpassen das Hier und Jetzt zu Gunsten eines Gleich und Dort, weil wir glauben oder hoffen, dass es gleich dort besser ist. Und noch schlimmer als das ist, dass wir und dieses Prozesses nicht einmal bewusst sind. In diesem Vergleich gibt es nämlich noch das Hier und Jetzt, in unserem täglichen Leben gibt es das kaum. Es weicht dem Gleich und Dort oder auch dem Dort im Vorhin, also der Vergangenheit.

 

Wir verpassen ständig unendlich viele Momente, weil wir wie unbewusste, willenlose Wesen ständig unerfüllbaren Zuständen hinterher jagen. Und wer entscheidet? Jeder selbst. Und wann könnte es schon besser werden? Jetzt.

4.12.16 02:01

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