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Wenn wir es wirklich wollten

Warum verbessern wir die Welt nicht wirklich und nachhaltig?

 

Ihr höhlt Euer eigenes Rückgrat aus und seid dabei so taub, dass Ihr den schrecklichen Schmerz nicht einmal mehr spürt. Im Gegenteil. Ihr würdet Euch viel eher selbst betäuben, damit Ihr den Schmerz, das Signal Eures eigenen Körpers dafür, dass etwas nicht stimmt, nicht mehr spürt, um ungeachtet des Problems Eure Fantasien und Ideologien weiter zu treiben. Das ist höchst neurotisches Verhalten. Kaum zu ertragen für jemanden, der Euch zuschaut.

 

So sehe ich das, wenn ich Euch zuschaue.

 

Die meisten, die Eingewanderte betreuen, haben kaum Erfahrung mit dem Kulturkreis, aus dem diese eingewandert sind. Das reine selbst geschaffene Pflichtgefühl, etwas Gutes tun zu wollen, ist sehr persönlich, kaum gesellschaftlich reflektiert und v.a. unausgeglichen. Es fehlt das mentale, kulturelle Rüstzeug neben dem Übermaß an Mitleid und Verantwortungspflicht. Das Mitleid ist überrepräsentiert.

 

Eine Frage: Der wievielte Einwanderer wäre der Letzte? Es können ja nicht alle kommen. Daran besteht kein Zweifel. Natürlich wollen viele kommen, das kann jeder von uns nachvollziehen. Aber das geht nicht. Das kann jeder von uns genauso gut nachvollziehen. Aber das fühlt sich schlecht an. Warum? Weil wir uns verantwortlich fühlen, sogar schuldig. Warum? Weil es uns besser geht. Warum? Weil es vom Himmel gefallen ist. Oder doch nicht? Vielleicht hat es ja mit uns zu tun, dass es uns besser geht. Vielleicht haben wir ja wirklich etwas dafür getan. Müssen wir uns deswegen schlecht fühlen? Was und wem nützt das?

Wenn wir uns deswegen schlecht fühlen, dann ist es verständlich, dass wir etwas gutmachen möchten und helfen. Aber das hat alles Grenzen.

 

Wollten wir wirklich etwas ganz fundamental Gutes für diese Welt tun, dann würden wir uns selbst, unser eigenes Leben zum Nutzen der vielen anderen Lebewesen umstellen. Was heißt das? Weniger Gier, weniger Mehr, weniger Ich, weniger Mein, weniger Wollen. Natürlich, wenn ich möchte, dass für die anderen mehr übrig bleibt, muss ich weniger für mich beanspruchen. Sonst wird nichts aus dem Wunsch nach einem besseren Leben für die anderen. Das ist ganz einfach.

 

Der effektivste Schritt in Richtung einer besseren Welt ist: Weniger töten. Lasst uns weniger töten. Nicht nur Menschen, sondern auch und v.a. Tiere. Die wenigsten von uns haben schon einmal ein Tier getötet, essen aber jeden Tag tote Tiere. Die meisten von uns fühlen sich nicht gut beim Töten oder beim Gedanken daran zu töten. Wir verpesten unseren Planeten täglich, weil wir Fleisch essen wollen. Deswegen bestellen wir unsere fruchtbaren Flächen, roden Urwälder, vergiften die Erde mit unseren Chemikalien. 70-80 % aller landwirtschaftlich genutzten Flächen werden nur genutzt, weil wir Fleisch essen wollen.[1] Wir könnten nicht alle satt werden? Wir könnten nicht alle ernähren? Von wegen! Wir könnten, und auch viel gesünder, für alle!

Fleisch. Wenn uns das jemand streitig machen möchte, dann werden wir rasend! Wir können nicht jeden Tag Fleisch essen und dann Flüchtlinge aufnehmen, um uns besser zu fühlen. Wir machen jeden Tag die Welt. Und wir denken uns die Welt so: Ich für mich und die anderen für sich. Da jetzt aber die anderen viel mehr sind und ich mich dadurch automatisch viel zu wichtig nehme, wenn ich nur an mich denke, kommt es sofort zur Kollision mit der Welt. Die anderen stehen im Weg, nehmen mir etwas weg, haben etwas, das ich gerne hätte, verbrauchen meine Luft, besetzen meinen Arbeitsplatz usw.

 

Lasst uns weniger "Ich" sein und mehr "Wir". Aber nicht im Sinne von: Wir sind alle gleich und lasst uns alle zusammen ohne Grenzen die Welt genießen. Sondern im Sinne: Wir sind alle, und zwar Mensch wie Tier, gleich, weil wir alle Glück haben und Leid vermeiden wollen. Trotzdem gibt es sehr viele unter uns, die so sehr mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie für das Leben der anderen wenig übrig haben. Deshalb müssen wir, die wir die Voraussetzungen für weniger "Ich" und mehr "Wir" haben, dieses "Wir" hier kultivieren und schützen.

 

Eine friedlich Gemeinde, die keine Waffen produziert, um sich zu schützen, und im Einklang mit der Natur lebt, ist innerhalb von kürzester Zeit ausgelöscht - von einer kriegerischen Gemeinde, die Waffen produziert, um andere zu vernichten und sich an allem in der Natur zu bereichern. Wem ist dann geholfen? Niemandem, weder der friedlichen Gemeinde, noch der Natur, noch der kriegerischen Gemeinde, weil ihr dann irgend wann das Gleiche passieren wird oder sie sich aufgrund der rohen, rücksichtslosen Haltung zu allem irgend wann selbst vernichtet. Wer zu einem Lebewesen roh ist, kann zu allen Lebewesen roh sein.

 

Wir verstehen alle unter Glück und Leid etwas anderes. Nicht jeder erfährt bei der gleichen Sache Glück und leidet unter dem gleichen Ereignis. Das ist alles sehr persönlich. So kann der Terrorist beim Töten Glück verspüren, das Gegenteil ist bei den Opfern der Fall. Der Terrorist macht es aus seiner Sicht aus einem guten Grund: Ungläubige, Falschgläubige, Juden, Christen, Moslems einer anderen Richtung, Westler, was auch immer. Wenn ich die anderen dafür, dass sie das sind, was sie sind, verurteile und denke, dass sie daher automatisch in einem Fehlerzustand sind und eine Strafe verdienen und ich dabei meinem Gott auch noch einen Gefallen tue, dann kann ich doch bei meiner Tat Glück verspüren. Ich mache doch alles richtig. Oder?

 

Eben. Deshalb können wir nicht so tun, als seien wir alle gleich. Und deshalb können wir nicht davon träumen, dass wir allen helfen können. Unsere Hilfe ist eine Sprache, und eine Sprache passt nicht für alle, sondern viele Sprachen. Wir sollten erst einmal uns selbst helfen und Maßnahmen ergreifen, die effektiver sind. Dafür müssen wir unser eigenes Leben in Frage stellen und verändern. Das ist schmerzhaft, führt aber zu weitaus besseren Ergebnissen - für alle.



[1] siehe: http://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/fleisch-und-futtermittel.html

oder:

http://www.fao.org/docrep/012/i0680e/i0680e.pdf

5.12.16 04:17

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